Wenn
man den oft recht einseitigen Berichten der Medien glauben würde,
vermutlich nicht, denn für
diese Medien scheint festzustehen:
-
"Männer,
die freundlich zu Kindern sind, haben bestimmt böse Absichten!"
-
"Männer
sind 'pädophil'!" (im negativ gemeinten Sinne)
-
"Männer
sind potenzielle Sexualstraftäter!"
-
"Männer
sind Kinderschänder!"
-
"Männer
sind Verbrecher!"
-
"Männer,
die unverheiratet sind und keine eigenen Kinder haben,
können oder dürfen nicht
mit (fremden) Kindern umgehen."
Dieses falsche Bild entsteht
in den Köpfen der Leser und Zuschauer,
weil sich die Medien nun
mal lieber mit negativen Vorfällen beschäftigen,
als über
Positives zu berichten. (Über mein soziales Engagement und meinen Einsatz für
benachteiligte Kinder wird sicher nie irgendwo berichtet werden.)
Viele Menschen konsumieren
kritiklos
und ohne nachzudenken alles, was man ihnen in den Medien Tag für
Tag "mundgerecht" serviert, und sie sehen sich
in ihren negativen Vorurteilen
bestätigt und machen es sich sehr einfach, in dem sie weiter "in
Schubladen" denken und alle Männer "über einen Kamm scheren".
Wenn diese Vorurteile stimmen
würden, dann dürfte es schon lange keine männlichen
Lehrkräfte, keine männlichen KiGa- und KiTa-Kräfte, keine
männlichen Sporttrainer, Bademeister usw. mehr geben!
Zugegeben: Es ist schlimm,
sehr schlimm, was sich Woche für Woche irgendwo in unserem Land oder
in der Welt an negativen Vorfällen mit Kindern abspielt, und es ist
verständlich, richtig
und notwendig, dass dagegen vorgegangen wird und dass die Menschen
sensibel reagieren.
Es ist
aber auch in höchstem Maße diskriminierend für die
vielen "guten" Männer - und das ist doch wohl unbestritten die überwiegende
Mehrzahl -, wenn diese unter den vorschnellen Urteilen ihrer Mitmenschen
leiden müssen und ausgegrenzt werden, wenn es um
den (unbeschwerten) Umgang mit Kindern geht.
Ich
möchte daher an dieser Stelle mal ein Plädoyer halten für den "ganz
normalen" Umgang von (männlichen, auch
allein stehenden, auch "älteren") Erwachsenen mit Kindern - als
guter Freund im positiven Sinne.
Wenn Eltern für ihren Liebling eine
Betreuung suchen, gehen sie in der Regel von einer "Tagesmutter"
aus; einem "Tagesvater" wird offenbar mit Misstrauen begegnet
(gibt es deshalb so wenige?).
Ist es wirklich so schwer für Eltern
oder Mütter, sich vorzustellen, ein Mann würde sich liebevoll
um ihr Kind kümmern, wenn sie selbst keine Zeit dazu haben?
Und ist es wirklich undenkbar, dass auch
oder gerade eine "ältere" (männliche) Person in der Lage ist,
ein Kind zu betreuen?
Dazu ein Erlebnis aus der eigenen Praxis:
Eine (40-jährige) Mutter fragte mich
mal vorwurfsvoll, warum sich "ein älterer Mann" (!) wie ich (damals gerade mal 53 Jahre!)
mit Kindern beschäftigt!
Meint sie, mit "über Fünfzig"
sei man schon so senil, dass man sich nur noch mit anderen "Alten" abgeben
dürfe?
Hat sie noch nie gehört, dass Alt
und Jung sich wunderbar ergänzen und helfen können?
Von wem sollen die Jungen lernen, wenn
nicht vom Wissen und von der Lebenserfahrung der Älteren?
Viele Familien, in denen ein "Rollentausch"
stattgefunden hat, in denen also die Frau arbeitet und der Mann sich um
das Kind kümmert, beweisen, dass Männer sehr wohl gute und
liebevolle Kinderbetreuer sein können.
Und: Es ist keineswegs so, dass Übergriffe
auf Kinder und Kindesmisshandlungen immer nur von Männern begangen
werden!
Bei Kinderbetreuungsangeboten im Internet
und in der Presse fiel mir auf, dass die Zahl der Tagesväter,
die ihre Dienste anbieten, im Vergleich zu den Tagesmüttern verschwindend
gering ist.
Oft werden von den Machern der Internet-Seiten
die Männer sowieso diskriminiert, denn es wird nicht mal das Wort
"Tagesvater" alternativ verwendet.
(Sollen wir "männliche Tagesmütter" sein?)
Liegt es daran, dass es aufgrund der gewohnten
Rollenverteilung "kein Männerjob" ist?
Oder trauen sich nur zu wenig Männer,
ihre Dienste anzubieten?
Liebe andere "Tagesväter" und
"Ersatz-Opas" (falls es Euch gibt),
mich würden
in diesem Zusammenhang mal Eure Erfahrungen zu dem von mir Gesagten
interessieren.
Und meine Bitte
an die Eltern und Mütter, die einen Betreuungsplatz suchen:
Werft Eure Vorurteile über
Bord und überwindet Eure Scheu, einen männlichen Betreuer zu
wählen!
Seht ihn Euch ruhig genau
an und fragt ihn aus, aber
gebt
auch männlichen Kinderbetreuern eine Chance - wir haben es verdient!
(Es gibt Männer, die machen einen so
tollen Job, dass die Frauen Angst vor ihrer Konkurrenz bekommen
können!)
Die
"taz" schrieb am 13.6.02: "Mehr Männer in die Kitas" - hier geht's
zum Artikel
Fazit:
Ich
sage: Männer - auch ältere - sind sehr wohl zur Kinderbetreuung
geeignet!
(Insbesondere,
wenn sie sich - wie ich - noch ein bisschen eigene Kindheit bewahrt haben.)
Ich
möchte zeigen, dass ich die Kinderbetreuung bei allem Spaß sehr
ernst nehme.
Ich
verstecke mich nicht hinter Pseudonymen, sondern lege die Informationen zu
meiner Person hier im Internet offen.
Ich
wäre doch verrückt, wenn ich meinen guten Ruf und das, was ich
über Jahrzehnte mit eigenen Händen und viel Liebe geschaffen
habe, durch falschen Umgang mit den mir anvertrauten Kindern gefährden
würde!
Kurz
gesagt: Ich glaube, ich bin einer von den "Guten", und ich möchte noch sehr lange
als
Freund und "Ersatz-Opa" für Kinder da sein und hoffe, dass dies auch anerkannt
wird.